Wie wir reifen 1

“Die meis­ten von uns rei­fen stoss­weise ihr gan­zes Le­ben lang — vor al­lem, wenn das Le­ben uns Knüp­pel zwi­schen die Beine wirft.” — Je­sper Juul

Und ge­nauso mag ich die ak­tu­elle Co­rona Si­tua­tion be­trach­ten. Denn wir müs­sen uns die Frage “wie wir rei­fen” ge­rade in die­ser Si­tua­tion stel­len.

Eine aus­ser­ge­wöhn­li­che Si­tua­tion

Aus­ser­ge­wöhn­li­che Si­tua­tio­nen for­dern au­ßer­ge­wöhn­li­che Lö­sun­gen. Es wäre ab­surd, wenn wir in die­ser aus­ser­or­dent­li­chen Zeit glau­ben ge­nau gleich wei­ter­ma­chen zu müs­sen. Ein gu­ter Mo­ment im­mer wie­der in­ne­zu­hal­ten und zu über­den­ken was tue ich hier ei­gent­lich ge­nau und warum. Was sind meine/unsere Werte. Nie­mand hat Schuld an Co­rona. 

Ver­lie­ren Sie bitte nicht Ih­ren Hu­mor

Ja und ver­lie­ren Sie bitte nicht Ih­ren Hu­mor. Hu­mor wirkt sta­bi­li­sie­rend. Er­göt­zen Sie sich an den vie­len kur­sie­ren­den Vi­deo­nach­rich­ten, an lus­ti­gen Si­tua­tio­nen, die es im All­tag im­mer wie­der gibt. Re­agie­ren Sie mit Hu­mor auf ein Mal­heur. La­chen Sie über sich selbst. Es tut gut nicht al­les ver­bis­sen ernst zu neh­men.

Tei­len Sie sich mit

Ver­schi­cken Sie ih­ren Freun­den, den Gross­el­tern, Götti, Gotte ei­nen La­ger­be­richt wie bei­spiels­weise die­sen der mich erst ge­rade er­reicht hat: Wir ha­ben heute ge­malt… Laura hat die Farbe vom Pin­sel ge­schleckt, ins Ge­sicht ge­schmiert, die Haare und die Wand ne­ben dem Tisch an­ge­malt und zum Schluss noch das Far­ben­was­ser in ei­nem Zug aus­ge­trun­ken. Hän­gen Sie ein paar Fo­tos an die Nach­richt und ver­brei­ten Sie so Gal­gen­hu­mor.

Wo müs­sen Sie streng sein und wo kön­nen Sie die Zü­gel auch mal los­las­sen?

Las­sen sie die Kin­der ein­mal in der Ba­de­wanne es­sen oder ein­mal et­was län­ger fern­se­hen und ver­schnau­fen sie der­weil. Im Flug­zeug wer­den sie im Not­fall auch an­ge­wie­sen sich selbst zu­erst mit Sauer­stoff zu ver­sor­gen be­vor sie sich um die Nächs­ten küm­mern. Hal­ten sie sich das im­mer wie­der vor Au­gen.

Das gilt für Al­lein­er­zie­hende, wie für Fa­mi­lien mit Ju­gend­li­chen die diese Zeit even­tu­ell noch als be­las­ten­der er­le­ben.

Wir wer­den daran rei­fen

Ge­nau das würde Je­sper Juul uns wahr­schein­lich sa­gen: Wir sind we­der für eine Pan­de­mie noch für die Fol­gen ei­ner Pan­de­mie qua­li­fi­ziert. Wo­her soll­ten wir dies auch sein. Je­doch rei­fen wir daran, wie wir oft rei­fen, wenn das Le­ben uns Knüp­pel zwi­schen die Beine wirft.